Ein fester Termin im Radsportkalender – wenn Rad am Ring dazu einlädt mit den Rädern über die Nordschleife inklusive der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings zu heizen, dann ist sicher, dass der SC Uckerath gleich mehrere Teams für das 24-Stunden-Rennen stellt.
Bereits im letzten Jahr machten wir mit der „Uckerather Kurve“ auf uns aufmerksam und schickten 18 SCU Mitglieder in den verschiedensten Disziplinen auf die Rennstrecke. Sollte das im Jahr 2023 an dir vorbeigegangen sein, hast du die Möglichkeit unseren Bericht zu dem Event auch rückwirkend noch zu lesen. Verstehst du bis hierhin nur Bahnhof und fragst dich „Was ist Rad am Ring?“, empfehlen wir dir ganz bei Null anzufangen und unsere Erklärung zu dem jährlich wiederkehrenden Radsportfest im Juli eingangs zu lesen. Danach viel Spaß mit den folgenden Zeilen, die letztendlich festhalten, wie wir uns im Jahr 2024 bei Rad am Ring geschlagen haben.
Starker Aderlass und Chaos im Vorfeld
Mittlerweile, das können wir ruhigen Gewissens behaupten, sind wir schon etwas routinierter in der Planung für Rad am Ring als in den Vorjahren. Im letzten Jahr hatte sich die ausgewählte „Uckerather Kurve“ als idealer Platz für unser Team-Camp herausgestellt. Insofern war gleich klar, dass wir dieselben Parzellen mit Start der Anmeldung umgehend wieder reservieren lassen würden. Auch die Zusammensetzung diverser Teams für das 24-Stunden-Rennen war noch im letzten Jahr, und somit mehr als früh, geklärt. Das ist auch gut so, denn ohne Anmeldungen zum 24-Stunden-Rennen gibt es an der Rennstrecke keine Parzellen zum Campen. Leider bringt das immer auch das Risiko mit sich, dass in mehr als einem halben Jahr vieles dazwischenkommen kann.
Bis zum Event gab es in diesem Jahr einen gehörigen Aderlass und fröhliches Bäumchen-Wechsel-Dich. So fiel Volker Winterscheid berufsbedingt aus, Michael Lüghausen, Nicole Henßler und der inzwischen schon kurzfristig eingesprungene Dennis Wagner mussten verletzungsbedingt passen. Nicht unbedingt förderlich war, dass gewisse Personen sich zuvor einen Startplatz im Jedermann-Rennen gesichert hatten, dann aber beim 24-Stunden-Rennen eine entstandene Lücke im Team füllen wollten und somit auch noch Startplätze im Jedermann-Rennen loszuwerden waren. Bis auf einen 24-Stunden-Rennen Einzelfahrer-Startplatz und einen Startplatz im 2er Team konnten wir am Ende des Tages aber alles an andere (uns unbekannte) Radsportfreunde loswerden. Wenn auch zu teilweise unverschämt günstigen Preisen.

Alle helfen mit
Die Organisation wurde in diesem Jahr nochmal etwas breiter auf die Schultern aller Teilnehmenden verteilt. Während Christoph Tillmann und Mario Gaffke zuvor federführend mit den Planungen und Nacharbeiten der „Mauer von Uckerath“ beschäftigt waren, nahmen Yannik Strobl und Marco Oberhäuser den Einkauf für die Verpflegung bei Rad am Ring in die Hand. Selbstredend bei unserem EDEKA Markt des Vertrauens in Uckerath. Die Kosten dafür wurden, wie auch schon im letzten Jahr, aus der Vereinskasse übernommen. Unter den Einkäufen waren unter anderem 4,5 kg Nudeln, 5,4 kg Bananen, 2 kg Äpfel, Wraps, Toasts und vieles mehr. In 24 Stunden werden so einige Kalorien verbrannt und die Speicher wollen zeitig wieder aufgefüllt werden. Michel Tausendfreund und Markus Hühnerberg erklärten sich bereit die größeren Transporte, wie zum Beispiel den des Teamzelts, zum Nürburgring zu übernehmen. Vor Ort wurde das Zelt mit allen gemeinsam aufgebaut und kurzerhand mit blau-weißer Girlande und Luftballons dekoriert. Selbstredend durfte auch der Sport-Club Uckerath Banner in der Kurve an der Rennstrecke nicht fehlen. Eine besonders schöne Geschichte: unser kurzfristiger Ausfall Dennis ließ sich am Freitagabend vor dem Event auf ein paar Stunden blicken und leistete uns Gesellschaft.
Nachdem alles aufgebaut war, gab es Kohlenhydrate in Form von Nudeln zum Abendessen und ein gemeinsames Kölsch. Vor dem erstmals mitgebrachten Fernseher schauten wir uns dabei gemeinsam die Highlights der tagesaktuellen Tour de France Etappe an. Sicherlich eine verrückte Nummer, die der Gesellschaft und den Gesprächen untereinander aber nicht schadete. Gleich nach den Highlights war die Flimmerkiste auch schon wieder aus und ein paar Kaltgetränke später traten auch alle frühzeitig den Weg ins Bett an. Wohlwissend, dass in den bevorstehenden 24 Stunden ausgeruhte Körper von Vorteil sein würden. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass unser vereinsexterner Legionär im 4er Team für das 24-Stunden-Rennen, Oliver Bürmann, schon am Freitagabend am Zeitfahren teilgenommen hatte. Mit einer sehr guten Zeit von 39:31 Minuten belegte er in der Gesamtwertung Platz 26/115 und in seiner Altersklasse Platz 5/26. In der Fuchsröhre erreichte Oli wahnsinnige 104 km/h Top-Speed.
Der Wettkampftag – Hitzeschlacht am Nürburgring
Jedermann-Rennen 150 km (6 Runden)
Für das Jedermann-Rennen auf 150 km Distanz hatten sich mit Jean-Pierre Jonen und SCU Neuzugang Martin Herchenbach in diesem Jahr zwei Fahrer aus unserem Lager angemeldet. Während Martin mit seinem Ergebnis zufrieden sein kann, musste Jean-Pierre leider das Rennen nach 4 Runden vorzeitig beenden. Sein Rücken machte ihm zu sehr zu schaffen. Mit dem „DNF“ (did not finish) war JP aber nicht allein, denn bei brühender Hitze zu Beginn der Rennveranstaltung hatte so mancher auf der Strecke mit sich und seinem Körper zu kämpfen und leider ließen auch die ersten Stürze nicht lange auf sich warten. Von 486 Startern im Feld der Herren beendeten nur 286 das Rennen. Ein Großteil unterlag den Temperaturen. Daher Martins umso beeindruckenderes Ergebnis:
Martin Herchenbach
6 Runden, 156 km, 3.360 Höhenmeter
05:23:25 Stunden
43./173 Platzierung Altersklasse Master 1 m
121./486 Platzierung Gesamt
24-Stunden-Rennen
Gleich nach dem Startschuss für das Jedermann-Rennen wurden auch die Teilnehmenden für das 24-Stunden-Rennen auf die Rennstrecke gelassen. Selbstverständlich herrschten dieselben Bedingungen und so sah schon so mancher gleich zu Beginn sein persönlich gestecktes Ziel in weite Ferne rücken. Doch handelt es sich bei einem Rennen über 24 Stunden um einen Marathon und keinen Sprint. Das Rennen wird im Verlauf immer seine Höhen und Tiefen für die Radfahrenden bereithalten und genau das macht es auch so reizvoll. Schon vor dem Start wurden die unterschiedlichen Strategien in den einzelnen Teams besprochen. Soll die Übergabe des Transponders in jeder Runde oder vielleicht nur in jeder zweiten Runde erfolgen? In welcher Reihenfolge wird im 4er Team gefahren? Erfolgt die Übergabe in diesem Jahr im fliegenden Wechsel oder eher wieder gemächlich? Zu Letzterem hatte der vereinsexterne Oliver Bürmann eine klare Meinung und hielt damit auch nicht hinter dem Berg. Nach anfänglichen Schwierigkeiten funktionierte die Übergabe im fliegenden Wechsel immer reibungsloser.

Spätestens ab der 7. Runde setzte die Dämmerung ein und es wurde etwas kühler und leerer auf der Nordschleife, da inzwischen auch die Fahrenden des Jedermann-Rennens von der Strecke gingen. In der Nacht motivierten sich die Teams gegenseitig immer wieder noch eine Runde draufzupacken. Bei angenehmen Temperaturen von immer noch über 20 Grad fiel das nicht schwer. Nur die Beine mussten noch wollen. Die Jungs im 4er Team kamen naturgemäß zu deutlich mehr Schlaf als die im 2er Team. Als sich die ersten für wenige Stunden Schlaf hinlegten, sah es bei allen Teams schon ganz gut aus für die gesteckten Ziele. Am Sonntagmorgen machte dann gegen 6 Uhr ein kurzes Gewitter mit anschließendem Regenschauer einen Strich durch den Zeitplan, wenngleich auch nach Abzug des Gewitters auf die Zähne gebissen und die Rennstrecke auch bei Regen befahren wurde. Zum Ende des 24-Stunden-Rennens kam nochmal richtig die Sonne raus. Klassisches, unberechenbares Eifel-Wetter also auch in diesem Jahr wieder.
So haben sich die SCU Teams beim 24-Stunden-Rennen geschlagen:
Einzelstarter
Wie schon im letzten Jahr hatten wir mit Michael Lüghausen und Stephan Neuhausen wieder zwei Einzelstarter gemeldet. Die beiden zählen zu den ultimativen Langstreckenfahrern im Verein. Leider hat es Michael einige Wochen vor Rad am Ring außer Gefecht gesetzt. Stephan war in der Woche vor dem Event krankgeschrieben und wollte seinen Körper daher nicht gleich überanstrengen. Auf die besondere Atmosphäre von Rad am Ring wollte er aber dennoch nicht verzichten und entschied sich von Anfang an dafür, ganz locker nur ein paar Runden zu drehen. Am Ende kamen 4 Runden dabei herum, die natürlich in keinerlei Verhältnis zu Stephan’s 10 Runden im Vorjahr standen. Es war dennoch schön ihn dabei gehabt zu haben.
Stephan Neuhausen
4 Runden, 104 km, 2.240 Höhenmeter
10:57:05 Stunden
145./171 Platzierung Altersklasse Master 3 m
551./626 Platzierung Gesamt
2er Teams
Auf dem, unter normalen Umständen, leistungsstarken 2er Team rund um die „Kettenhunde“ liegt scheinbar ein Fluch. Im letzten Jahr hatten Volker Winterscheid und Marc Frömel nach der Hälfte der Zeit bereits 12 Runden gesammelt, ehe eine Magen-Darm-Infektion das Team Schachmatt setzte. Dieses Jahr musste Volker nach der Anmeldung leider berufsbedingt passen und es konnte kein Ersatzmann für das 2er Team mit Marc gefunden werden. Entsprechend hatten wir einen weiteren „Einzelfahrer“ unter dem Radar. 7 Runden konnte Marc im Alleingang fahren und schaffte somit für sich persönlich eine Runde mehr als im Vorjahr. Es wären sicherlich auch noch mehr drin gewesen, aber das Fahren „außer Konkurrenz“ gepaart mit dem schlechten Wetter am Sonntagmorgen führte dazu, dass gedanklich recht schnell der Deckel drauf gemacht wurde.
Marc Frömel
7 Runden, 182 km, 3.920 Höhenmeter
Team:
7 Runden, 182 km, 3.920 Höhenmeter
12:15:40 Stunden
50./57 Platzierung Altersklasse Master 2 m
161./190 Platzierung Gesamt
Mit Marco Oberhäuser und Mario Gaffke formierte sich das SCU 2er Team „Immer wigger“. Beide setzten sich das persönliche Rundenziel von 10 Runden und hatten sich im Vorfeld bereits ausgemalt, mit 20 Teamrunden unter die Top 50 der 2er Teams zu fahren. Für Marco war es das erste Mal bei Rad am Ring und auf dem Nürburgring überhaupt. Mit viel Willen und Einsatz erreichten beide das persönliche Ziel und am Ende gelang dann sogar knapp das Ranking mit der angestrebten Platzierung. Mit Verzicht auf die sich gestatteten 2,5 Stunden Schlaf wäre vermutlich für beide noch eine 11. Runde drin gewesen. Das hätte Platz 14 (AK) bzw. Platz 30 (Gesamt) bedeutet. Für alles darüber hinaus müssten in Zukunft die Runden schneller gefahren werden.
Marco Oberhäuser
10 Runden, 260 km, 5.600 Höhenmeter
Team:
20 Runden, 520 km, 11.200 Höhenmeter
23:17:56 Stunden
20./70 Platzierung Altersklasse Master 1 m
48./190 Platzierung Gesamt
Mario Gaffke
10 Runden, 260 km, 5.600 Höhenmeter
Team:
20 Runden, 520 km, 11.200 Höhenmeter
23:17:56 Stunden
20./70 Platzierung Altersklasse Master 1 m
48./190 Platzierung Gesamt
Das SCU Team „#nopressure“ zählte in diesem Jahr wohl zu den wandlungsfähigsten bei Rad am Ring. Bereits früh im neuen Jahr musste Chris Tillmann zunächst verletzungsbedingt auf seine Teamkollegin Nicole Henßler verzichten. Mit SCU Neuzugang Dennis Wagner wurde dann nach längerer Suche ein neues Teammitglied gefunden. Beide waren dermaßen „hyped“, dass das Team kurzfristig sogar zu „#highpressure“ umbenannt wurde. Ein Sturz mit dem MTB, wenige Wochen vor Rad am Ring, führte allerdings dazu, dass auch Dennis nicht starten können würde. Mit Christian Koch sprang dann ein „Freund des Vereins“ ein, der auch häufiger schon mal mit dem SCU bei RTF im Kölner Umland zusammengefahren ist. Die Kulisse am Nürburgring war zu perfekt und Christian bekam kurzerhand einen SCU Mitgliedsantrag unter die Nase gehalten. Keine halben Sachen. Der Wisch wurde unterzeichnet und mit viel Schweiß und Einsatz mehr als besiegelt. Das Team um Chris & Chris fuhr 14 gewertete Runden, tatsächlich waren es aber von jedem 8 Runden, weil sich am Sonntag gegenseitig unterstützt und zusammengefahren wurde.
Christoph Tillmann
7 Runden, 182 km, 3.920 Höhenmeter
Team:
14 Runden, 364 km, 7.840 Höhenmeter
23:17:57 Stunden
45./70 Platzierung Altersklasse Master 1 m
108./190 Platzierung Gesamt
Christian Koch
7 Runden, 182 km, 3.920 Höhenmeter
Team:
14 Runden, 364 km, 7.840 Höhenmeter
23:17:57 Stunden
45./70 Platzierung Altersklasse Master 1 m
108./190 Platzierung Gesamt
Yannik Strobl und Oliver Beisser bildeten das SCU 2er Team „Arktos on fire“. Für Oli war es das erste Mal beim 24-Stunden-Rennen. Mit 8 gewerteten Runden lieferte er in seiner Premiere mehr als solide ab. Am Ende hing er gemeinsam mit Yannik sogar noch eine 9., nicht gewertete, Runde dran. Yannik konnte in diesem Jahr sein persönliches Ergebnis vom letzten Jahr bestätigen und umrundete die Nordschleife mit Grand-Prix-Strecke 5 Mal.
Yannik Strobl
5 Runden, 130 km, 2.800 Höhenmeter
Team:
13 Runden, 338 km, 7.280 Höhenmeter
23:17:56 Stunden
51./70 Platzierung Altersklasse Master 1 m
121./190 Platzierung Gesamt
Oliver Beisser
8 Runden, 208 km, 4.480 Höhenmeter
Team:
13 Runden, 338 km, 7.280 Höhenmeter
23:17:56 Stunden
51./70 Platzierung Altersklasse Master 1 m
121./190 Platzierung Gesamt
4er Team
Grundsätzlich möchte man meinen, dass es im 4er Team deutlich ruhiger zugeht. Das hängt aber immer auch von der Intensität ab, mit der gefahren wird und mit welchen Ambitionen die Gruppe in das Rennen geht. Unser 4er Team „Abteilung Rattenscharf“ ging von Anfang an flott zur Sache und legte mit Rundenzeiten unter 50 Minuten ein gutes Tempo vor. Durch permanente Absprachen blieb der Transponder beim 4er Team am längsten in Bewegung und es konnten 25 Runden absolviert werden. Der Ehrgeiz des Teams zeigte sich insbesondere dadurch, dass durchgehend ein Auge auf der Platzierung und den Zwischenständen lag. Aus Spaß wurde auch im 4er Team am Ende noch jeweils eine 8. Runde von Oli, Jörg und Michel außerhalb der Wertung gefahren.
Oliver Bürmann
7 Runden, 182 km, 3.920 Höhenmeter
Team:
25 Runden, 650 km, 14.000 Höhenmeter
24:04:26 Stunden
32./216 Platzierung Altersklasse Master 2 m
144./839 Platzierung Gesamt
Jörg Zaigler
7 Runden, 182 km, 3.920 Höhenmeter
Team:
25 Runden, 650 km, 14.000 Höhenmeter
24:04:26 Stunden
32./216 Platzierung Altersklasse Master 2 m
144./839 Platzierung Gesamt
Michel Tausendfreund
7 Runden, 182 km, 3.920 Höhenmeter
Team:
25 Runden, 650 km, 14.000 Höhenmeter
24:04:26 Stunden
32./216 Platzierung Altersklasse Master 2 m
144./839 Platzierung Gesamt
Markus Hühnerberg
4 Runden, 104 km, 2.240 Höhenmeter
Team:
25 Runden, 650 km, 14.000 Höhenmeter
24:04:26 Stunden
32./216 Platzierung Altersklasse Master 2 m
144./839 Platzierung Gesamt
Tourenfahrer & Sonstige
Am Sonntag kamen dann auch noch Udo und Fabian Görgens zu Besuch, die zum Tourenfahren vorbeischauten und auch noch jeweils 2 Runden auf dem Nürburgring drehten. Sven Weber war ebenfalls zu Rad am Ring vor Ort, fuhr allerdings in diesem Jahr für das 4er Team von Taxi Hennef seine insgesamt 6 Runden.
Der SCU bei Rad am Ring in Zahlen
2 Tage
16 SCU Mitglieder (-2 zum Vorjahr)
101 Runden Nürburgring (+11 zum Vorjahr)
2.626 Kilometer (+295 zum Vorjahr)
56.560 Höhenmeter (+7.060 zum Vorjahr)
(Nicht gewertete Touren beim 24-Stunden-Rennen mitgezählt.)














