Nach langer Vorfreude war es endlich so weit: Die Vereinsfahrt des SC Uckerath in Oberstdorf konnte beginnen. Insgesamt 25 Radsportlerinnen und Radsportler machten sich auf den Weg ins Allgäu, um gemeinsam einige sportliche und gesellige Tage in den Alpen zu verbringen.
Als Unterkunft diente uns das Explorer Hotel Oberstdorf. Die Anreise erfolgte individuell. Während einige Teilnehmende bereits am Mittwoch angereist waren, trafen andere erst am Donnerstagmorgen ein.
Gelungener Auftakt trotz schlechter Wetterprognosen
Die Wetterprognosen für den ersten Trainingstag ließen zunächst nichts Gutes erwarten. Regen, Wind und kühle Temperaturen waren angekündigt. Als wir uns am Morgen vor dem Hotel versammelten, blickten viele noch etwas skeptisch auf die dunklen Wolken am Himmel. Die Stimmung in der Gruppe war dennoch bestens. Nach dem gemeinsamen Frühstück startete der erste Teil der Gruppe gegen 10:00 Uhr zur Auftaktrunde. Die Strecke führte zunächst über Langenwang, Reichenbach und Schöllang nach Sonthofen. Auf den ersten Kilometern konnten wir uns auf ruhigen Straßen einrollen und die beeindruckende Kulisse der Allgäuer Berge genießen.
Von Sonthofen ging es weiter nach Bad Hindelang, wo die ersten längeren Anstiege des Tages auf uns warteten. Der Anstieg nach Oberjoch verlangte zwar etwas Kraft, ließ sich aber in gleichmäßigem Rhythmus gut bewältigen. Oben angekommen wurden wir mit schönen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt belohnt. Anschließend folgte die schnelle Abfahrt nach Schattwald. Von dort führte die Strecke durch das Tannheimer Tal weiter nach Tannheim. Besonders hier zeigte sich die ganze Schönheit der Region. Grüne Almwiesen, kleine Berghöfe und die beeindruckende Alpenkulisse sorgten immer wieder für herrliche Ausblicke.


Ganz ohne Zwischenfälle verlief die Tour allerdings nicht. Gleich zwei Plattfüße führten zu ungeplanten Stopps. Dank des starken Teamgeistes waren die Reparaturen jedoch schnell erledigt. Kaum war ein Defekt entdeckt, standen bereits mehrere Helfer bereit. So konnten beide Reparaturen zügig abgeschlossen und die Fahrt fortgesetzt werden. Von Tannheim aus führte unsere Runde weiter nach Pfronten. Dort hatte sich das Wetter inzwischen deutlich gebessert. Bei Sonnenschein kehrten wir in einem Café ein und genossen eine wohlverdiente Pause. Hausgemachter Apfelstrudel mit Sahne und Vanilleeis sorgte für neue Energie und war für viele einer der Höhepunkte des Tages.
Nach der Stärkung führte die Strecke über Wertach zurück in Richtung Oberstdorf. Auf den letzten Kilometern machte uns ein kräftiger Gegenwind das Leben noch einmal schwer. Doch durch regelmäßige Führungswechsel und eine geschlossene Mannschaftsleistung meisterten wir auch diese Herausforderung gemeinsam. Währenddessen absolvierte eine zweite Gruppe Nachzügler eine eigene Runde durch das Allgäu. So konnten am Ende alle Teilnehmende auf einen gelungenen ersten Trainingstag zurückblicken. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir wieder unser Hotel. Hinter uns lagen 115 Kilometer und rund 1.500 Höhenmeter. Vor allem aber konnten wir feststellen, dass die Wettervorhersagen deutlich schlechter gewesen waren als die tatsächlichen Bedingungen. Statt Regen begleitete uns überwiegend trockenes Wetter, zeitweise sogar Sonnenschein.

Nach einer kurzen Erholungspause stand am Abend das gemeinsame Abendessen auf dem Programm. Dafür besuchten wir die Oberstdorfer Dampfbierbrauerei. Bei leckerem Essen, regionalen Spezialitäten und den Klängen einer Live-Band ließen wir den ersten Trainingstag gemütlich ausklingen. In geselliger Runde wurden die Erlebnisse der ersten Ausfahrt noch einmal Revue passiert und die Vorfreude auf die kommenden Tage wuchs weiter. Damit war der erste Tag unserer Vereinsfahrt ein voller Erfolg und machte Lust auf die kommenden Touren in den Allgäuer Alpen.
Regen, Wanderungen und drei unerschrockene Radfahrer
Bereits am Vorabend hatten die Wetterprognosen wenig Hoffnung auf einen trockenen Radfahrtag gemacht. Sämtliche Wetter-Apps sagten anhaltenden Regen voraus. Leider sollten die Vorhersagen diesmal Recht behalten. Schon beim gemeinsamen Frühstück war schnell klar, dass der zweite Tag der Vereinsfahrt anders verlaufen würde als ursprünglich geplant. Während die meisten Teilnehmenden ihre Rennräder im Hotel stehen ließen, entschlossen sich drei besonders hartgesottene Fahrer, dem schlechten Wetter zu trotzen und dennoch eine längere Ausfahrt in Angriff zu nehmen.
Die drei Radfahrer starteten am Vormittag zu einer anspruchsvollen Runde über rund 130 Kilometer und knapp 2.400 Höhenmeter. Die Strecke führte von Oberstdorf über Bad Hindelang nach Wertach und anschließend über Sonthofen und Balderschwang zurück zum Hotel. Begleitet wurden sie dabei nahezu ununterbrochen von Regen. Insgesamt fielen an diesem Tag rund 22 Millimeter Niederschlag. Jeder Rennradfan kann sich vorstellen, welche zusätzliche Belastung solche Bedingungen mit sich bringen. Nasse Straßen, niedrige Temperaturen und permanente Feuchtigkeit machen jede Ausfahrt deutlich anstrengender. Umso größer war der Respekt der gesamten Gruppe vor dieser Leistung.



Die übrigen Teilnehmenden entschieden sich für ein Alternativprogramm und teilten sich in zwei Wandergruppen auf. Die erste Gruppe machte sich direkt vom Hotel aus auf den Weg zur Breitachklamm. Die rund 15 Kilometer lange Wanderung mit etwa 500 Höhenmetern führte durch eine der beeindruckendsten Schluchten der Alpen. Die gewaltigen Felswände, tosenden Wassermassen und zahlreichen Aussichtspunkte sorgten trotz des regnerischen Wetters für eindrucksvolle Naturerlebnisse.
Eine weitere Gruppe fuhr zunächst mit dem Bus nach Oberstdorf und wanderte von dort zur Skiflugschanze. Neben den schönen Ausblicken auf den Ort und die umliegenden Berge erhielten die Teilnehmenden interessante Einblicke in die Geschichte Oberstdorfs als traditionsreichen Wintersport- und Skiflugstandort. Besonders die Dimensionen der Anlage beeindruckten die Wanderer. Große Bewunderung fand dabei die Tatsache, dass die heutige Skiflugschanze bereits in den 1970er-Jahren als gewaltiges Bauprojekt realisiert wurde. Angesichts der technischen Möglichkeiten jener Zeit sorgte die Errichtung einer derart großen Anlage für Respekt und Anerkennung.
Am Abend trafen sich schließlich alle Teilnehmende wieder. Gemeinsam ging es in ein italienisches Restaurant im Ortskern von Oberstdorf. Bei gutem Essen wurden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass auch ein verregneter Tag in den Bergen keineswegs langweilig sein muss.
Endlich Sonne über dem Allgäu

Nach dem verregneten Vortag zeigte sich das Allgäu endlich von seiner schönsten Seite. Bereits beim Blick aus dem Hotelfenster war klar: Die Sonne war zurück. Entsprechend groß war die Motivation aller Teilnehmenden, die geplanten Touren in Angriff zu nehmen. Für diesen Tag standen drei unterschiedliche Strecken zur Auswahl. Die ambitionierteste Gruppe hatte sich eine Tour von über 200 Kilometern vorgenommen. Daneben gab es eine mittlere Runde über rund 130 Kilometer sowie eine kürzere Variante mit etwa 80 Kilometern. Die Teilnehmenden der langen Runde starteten bereits um 7:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein. Die Fahrer der 130- und 80-Kilometer-Touren trafen sich etwas später vor dem Hotel. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto fiel um 10:00 Uhr der Startschuss.
Die Teilnehmenden der 130-Kilometer-Runde durften sich gleich zu Beginn auf einen besonderen Höhepunkt freuen. Die Strecke führte zunächst in das wunderschöne Rohrmoostal. Der rund 300 Höhenmeter lange Anstieg durch die beeindruckende Naturkulisse sorgte bereits am Morgen für beste Stimmung. Die ruhige Straße, die saftigen Wiesen und die umliegenden Berge ließen bei vielen Fahrern und Fahrerinnen echte Glücksgefühle aufkommen. Im weiteren Verlauf führte die Tour über zahlreiche kleine Landstraßen durch das Allgäu. Immer wieder eröffneten sich herrliche Ausblicke auf die umliegenden Bergketten. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die Region von ihrer besten Seite.


Über Oberstaufen erreichte die Gruppe schließlich den Bereich des Großen Alpsees. Ursprünglich war dort eine Rast geplant. Allerdings blies am See ein kräftiger Wind durch das Tal. Kurzerhand wurde umgeplant, und in Immenstadt fand die Gruppe ein besonders gemütliches Café, in dem bei Sonnenschein Kaffee und Kuchen genossen werden konnten. Nach der fast einstündigen Rast führte die Strecke weiter über Sonthofen nach Bad Hindelang. Dort wartete mit der Auffahrt über die Giebelstraße zum Giebelhaus der letzte große Anstieg des Tages. Die Anstrengungen wurden mit herrlichen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt belohnt. Die Giebelalm markierte zugleich den höchsten Punkt der heutigen Tour. Anschließend ging es in einer rasanten Abfahrt zurück ins Tal, bevor über Altstädten die letzten Kilometer zum Explorer Hotel zurückgelegt wurden.



Auch die Fahrer der langen Runde erlebten einen außergewöhnlichen Tag auf dem Rad. Aus der ursprünglich geplanten 200-Kilometer-Tour wurde am Ende sogar eine 215 Kilometer lange Ausfahrt mit beeindruckenden 2.730 Höhenmetern. Die starke Gruppe machte sich frühmorgens auf den Weg in die Allgäuer Berge und ließ dabei kaum einen Pass der Region aus. Die Fahrer der 80-Kilometer-Runde kamen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Herrlicher Sonnenschein, klare Sicht und die beeindruckende Bergkulisse sorgten für unvergessliche Eindrücke. Unabhängig von der gewählten Streckenlänge waren sich am Ende alle Teilnehmende einig, einen perfekten Radtag erlebt zu haben.

Natürlich blieb auch dieser Tag nicht ganz ohne technische Probleme. Der ein oder andere Defekt sorgte unterwegs für kurze Unterbrechungen. Doch wie bereits an den Vortagen wurde gemeinsam geholfen und repariert. Auch das Abendprogramm hielt noch einen besonderen Höhepunkt bereit. Gemeinsam machte sich die Gruppe auf den Weg zur Alpe Dornach.
Das traditionsreiche Berggasthaus überzeugte nicht nur mit seiner ausgezeichneten Allgäuer Küche, sondern auch mit einem traumhaften Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Anschließend trafen sich viele noch auf ein Bier in der Hotelbar. Begleitet von den ersten Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft klang ein rundum gelungener Tag in geselliger Runde aus.
Abschied von den Allgäuer Bergen
Auch am letzten Tag unserer Vereinsfahrt wurden wir wieder von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Erneut präsentierte sich das Allgäu von seiner besten Seite. Gleichzeitig war allen Teilnehmenden bewusst, dass nach den sportlichen Aktivitäten noch die lange Heimreise bevorstand. Dementsprechend verlief der Abschlusstag etwas anders als die vorherigen Tage. Einige Teilnehmende mussten aus terminlichen Gründen bereits direkt nach dem Frühstück die Heimreise antreten. Andere nutzten die frühen Morgenstunden und starteten kurz nach Sonnenaufgang zu einer letzten Ausfahrt.
Eine Gruppe von sieben Fahrern entschied sich für eine gemeinsame Abschlusstour ins Rappenalptal. Die Strecke führte durch die beeindruckende Berglandschaft südlich von Oberstdorf und bot noch einmal alles, was die vergangenen Tage ausgezeichnet hatte: ruhige Straßen, herrliche Ausblicke und eine einzigartige Alpenkulisse. Der Anstieg ins Tal verlangte den Fahrern auf rund 500 Höhenmetern noch einmal einiges ab, doch die landschaftliche Schönheit machte jede Anstrengung wett.


Oben angekommen wurde an einer Almhütte noch eine kurze Verpflegungspause eingelegt. Bei bestem Wetter konnten die Teilnehmenden ein letztes Mal die beeindruckende Bergwelt genießen, bevor die lange Abfahrt zurück ins Tal begann. Eine besondere Herausforderung ergab sich an diesem Sonntag durch ein Radrennen in der Region. Mehrere Straßen waren zeitweise für den öffentlichen Verkehr gesperrt und den Teilnehmenden der Veranstaltung vorbehalten. Dadurch mussten einige Streckenführungen angepasst werden.
Am Ende des Tages traten nach und nach alle Teilnehmenden die Heimreise an. Besonders erfreulich war dabei, dass alle Fahrer und Wanderer die vier Tage unversehrt genießen konnten. Trotz zahlreicher Kilometer, vieler Höhenmeter und wechselnder Wetterbedingungen waren keine Stürze zu verzeichnen. Alle erreichten ihre Heimatorte gesund und wohlbehalten.
Fazit der Vereinsfahrt
Wieder einmal durfte die Radsportabteilung des SC Uckerath einige großartige gemeinsame Tage in den Bergen verbringen. Der gewählte Trainingsort hat sich – mit Ausnahme des verregneten Freitags – von seiner besten Seite gezeigt. Die oft gehörte Aussage, dass sich rund um Oberstdorf hervorragend Rennrad fahren lässt, wurde in jeder Hinsicht bestätigt. Neben den sportlichen Herausforderungen waren es vor allem die gemeinsamen Erlebnisse, die diese Vereinsfahrt besonders gemacht haben. Die vielen Stunden auf dem Rad, die Wanderungen, die gemeinsamen Mahlzeiten und die geselligen Abende haben den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe weiter gestärkt. Viele Teilnehmende werden sich noch lange an diese Tage erinnern.
Ebenfalls bewährt hat sich unsere Unterkunft, das Explorer Hotel Oberstdorf. Das auf Sportler ausgerichtete Konzept bot für unsere Gruppe ideale Voraussetzungen. Besonders die Lage erwies sich als großer Vorteil, da zahlreiche attraktive Touren direkt vom Hotel aus gestartet werden konnten. Ob in Richtung Tannheimer Tal, Balderschwang, Rohrmoostal oder in die umliegenden Alpenregionen – das Hotel erwies sich als hervorragender Ausgangspunkt für unsere täglichen Ausfahrten und war damit eine ausgezeichnete Wahl für unsere Vereinsfahrt.


Ein besonderer Dank gilt den Organisatoren: Chris Tillmann, Silvia Schmitt und Oliver Bürmann. Die Planung und Organisation einer Reise für eine so große Gruppe ist alles andere als selbstverständlich und erfordert viel Zeit und Engagement. Chris und Silvia haben mit großem Einsatz die organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen und dafür gesorgt, dass sich alle Teilnehmenden rundum wohlfühlen konnten.
Ein besonderer Dank gilt zudem Oliver Bürmann, der die Streckenauswahl vorbereitet hat. Mit großem Gespür für die unterschiedlichen Leistungsstände und Interessen innerhalb der Gruppe ist es ihm gelungen, Touren zusammenzustellen, die sowohl ambitionierte Fahrer als auch Genussradler begeisterten. Die abwechslungsreichen Strecken durch das Allgäu trugen entscheidend dazu bei, dass jeder Teilnehmende auf seine Kosten kam und viele unvergessliche Eindrücke sammeln konnte. So blicken wir auf vier gelungene Tage im Allgäu zurück und freuen uns bereits auf die nächste gemeinsame Vereinsfahrt.
