Zugegeben, wir haben den Mund ganz schön voll genommen, als wir unsere „Mauer von Uckerath“ bereits in der vierten Auflage im Vorfeld als Kult-Radtourenfahrt angepriesen haben. Aber so sind wir. Jung, frech, anders. Und so soll auch unser Radsportevent für alle Radsportfreunde sein. Dazu vorab etwas Grundsätzliches…
„RTF sind staubbefangen.“, „RTF sind langweilig.“, „RTF werden nur von alten Leuten besucht.“
Das sind Meinungen, die wir immer wieder zu hören bekommen. Von jungen Radsportlerinnen und Radsportlern, aber teils auch von den Erfahreneren. Diese Meinung teilen wir nur eingeschränkt und deswegen wollen wir diese Sicht auf Radtourenfahrten ändern. Altbewährtes der etablierten Vereine haben wir seit Beginn für unsere „Mauer von Uckerath“ übernommen und an anderer Stelle RTF dann nochmal etwas anders gedacht. Jedes Jahr ein wenig mehr. Wir möchten versuchen, auch den jungen Leuten zu zeigen, warum wir es lieben RTF zu fahren und zu zeigen, wie RTF sein kann. Auch hier kann man um die Wette ballern, Strava-Segmente angreifen oder persönliche Trainingsreize setzen. An den Kontrollstellen kann es nicht nur Eierwaffeln, sondern super abwechslungsreiche Verpflegung, gute Laune und laute Musik geben. Und ihr glaubt gar nicht, wie viele ultrafitte und supercoole, nette, auch ältere, Leute dort Rennradfahren. Diese Leute möchte man nicht mehr missen und auch die haben ihre absolute Daseins-Berechtigung. Wenn ihr am Nachmittag dann völlig ausgelaugt nach Hause kommt, ähnlich wie nach eurer Radtour, die ihr sonst gefahren wärt, dann habt ihr nebenbei auch noch einen lokalen Verein unterstützt. Leute wie du und deine Freunde, die den Radsport lieben und aus diesem Grund solche Events wie die „Mauer von Uckerath“ organisieren. Es sind Radsportfeste mit Gleichgesinnten. Wir lieben es zu feiern, wir lieben es Rad zu fahren, wir lieben RTF – und wir lieben alle, die das mit uns teilen, ob jung oder „alt“.

Kaiserwetter lockt 400 Teilnehmende nach Uckerath
Der Wettergott meinte es gut mit uns und bescherte uns am Tag der „Mauer von Uckerath“ perfektes Radfahrwetter. 27 Grad, Sonne satt, hier und da ein paar wenige Wolken und ein erfrischender Wind. Radfahrerherz was willst du mehr? Schnell wurde klar, dass wir mit einer starken Beteiligung rechnen können würden, als sich der Parkplatz immer weiter füllte. Am Ende sollten es exakt 400 Teilnehmende sein, was in etwa dem bisherigen Rekordjahr 2022 entspricht und die Anzahl der Vorjahresteilnehmenden nochmal um 75 steigern konnte. Damit sind wir sehr zufrieden.



Wie auch in den Vorjahren war die Anzahl der Radfahrenden auf der kleinen 43 km Strecke überschaubar und die meisten entschieden sich für die anspruchsvolle 121 km Strecke. Die in diesem Jahr neu eingeführte 172 km Langstrecke erfreute sich ebenso großer Beliebtheit wie die mittlere 82 km Runde. Wir freuen uns besonders, dass dieses Angebot auch so großartig angenommen wurde. Das zeigt uns, dass der Bedarf nach noch mehr Herausforderung definitiv da war und wir diesen bedienen konnten. Gleich zweimal musste in diesem Jahr unser Pannenfahrzeug ausrücken und die Teilnehmer mit einem doppelten Plattfuß, sowie einen gerissenen Schaltzug, mitsamt Rad ins Ziel transportieren. Das ist gleich doppelt so oft, wie in den letzten 3 Jahren zusammen. Die beiden Pechvögel freuten sich aber über das Angebot und haben im nächsten Jahr natürlich noch einmal die Gelegenheit, die Mauer von Uckerath in Gänze zu bezwingen. Leider hatten wir in diesem Jahr einen schweren Sturz zu verzeichnen, bei dem sich ein Teilnehmer das Schlüsselbein und 3 Rippen brach. Er wurde umgehend mit dem RTW abtransportiert, operiert und sendete noch am selben Tag Grüße aus dem Krankenhaus mit einem fetten Lob für die „Mauer von Uckerath“. An dieser Stelle liebe Genesungsgrüße zurück und komm schnell wieder auf die Beine!

Euer Lob ist unser Antrieb
Auch in diesem Jahr kannte euer Lob keine Grenzen und das bedeutet uns unfassbar viel. Monatelang planen wir im Vorfeld an diesem Event in einem Kompetenzteam von 4 Personen und am Ende waren 36 Helfende am Veranstaltungstag auf den Beinen, um die „Mauer von Uckerath“ für euch so einzigartig wie möglich zu machen. Jede und Jeder einzelne war mit Herzblut dabei und hat seine Aufgabe mit Bravour gemeistert. Wir sind unfassbar stolz auf unser Team und werden daher nicht müde zu erwähnen, dass wir uns über euer Lob sehr freuen, aber diese Veranstaltung nicht auf den Schultern eines Einzelnen getragen werden kann.



Es waren wieder die Klassiker, die am häufigsten von euch erwähnt wurden: die superschönen Strecken, ansteckend gute Stimmung und die unfassbar netten und gut gelaunten Leute. Auch unsere alternative Verpflegung kam besonders gut an. Nicht nur, wie schon in den letzten Jahren, das vielfältige vegane Angebot, welches über Bananen hinaus ging. An unserer Verpflegungsstelle in Neustadt (Wied) testeten wir Mettwürstchen und Fladenbrot mit Aioli, was liebevoll von euch „Uckerather Mantaplatte“ getauft wurde. Ein absoluter Geheimtipp! Weniger geheim und experimentierfreudig zeigten wir uns bei der Verpflegung in Puderbach, die ausschließlich den Langstrecken vorbehalten war. Dort gab es in diesem Jahr erstmals und exklusiv den Dextro-Energy Stand mit Riegel, Energy Gums und hochwertigen Gels. Damit konnten wir auf Nummer sicher gehen, dass ihr es von den kräftezehrenden Strecken auch garantiert bis ins Ziel schafft.

Ein weiteres Lob, das wir schon aus den Vorjahren kannten, kam zu unseren Preisen. Mensch Leute, dabei haben wir die doch schon zum Vorjahr leicht erhöht. Nicht wenige waren der Meinung, für so eine top organisierte Veranstaltung, so eine vielfältige Verpflegung und so leckere Currywurst und Kuchen könne man definitiv mehr Geld verlangen. Voller Demut sagen wir „Danke“, sind aber der Meinung, dass das alles im Rahmen bleiben sollte. In Zeiten, wo alles teurer wird, sollte doch zumindest ein Tag auf dem Rad bei Freunden bezahlbar bleiben. Wenn es euch beruhigt, können wir euch sagen, dass wir in diesem Jahr mit unseren Preisen gut durch die Kurve gekommen sind. Cash rules everything around me – aber noch nicht in Uckerath.



Eure Kritik hilft uns zu optimieren
Natürlich wurde aber auch Kritik an uns herangetragen, wofür wir mindestens genauso dankbar sind. Das hilft uns, unser Event für das nächste Jahr zu optimieren. Es gab 1-2 Ecken, die vermutlich nicht ganz so eindeutig ausgeschildert waren. Zum Beispiel der Übergang der ausgeschilderten Strecke auf die GPX-Strecken in Neitersen. Da haben wir uns wohl zu sehr darauf verlassen, dass ihr von Beginn an nach GPX fahrt.

Ebenfalls kritisiert wurde der teils schlechte Straßenbelag. Hierauf haben wir bekanntlich wenig Einfluss, doch haben wir uns bemüht, die bestmöglichen Strecken auszuwählen. Eine Abfahrt mit einigen Schlaglöchern aus dem Vorjahr hatten wir z.B. aus der 121 km Strecke genommen und die verbleibenden, besonders heftigen, Schlaglöcher haben wir euch mit Sprühfarbe markiert. Eure Sicherheit ist es uns wert, dass wir uns dafür jährlich bei Anwohnern oder Ortsbürgermeistern rechtfertigen müssen. An dieser Stelle freuen wir uns aber schon mal ankündigen zu können, dass unmittelbar vor und nach unserer RTF eine Baustelle im Wiedtal und bei Hemmelzen startet, sodass wir uns in 2026 bestimmt wieder über frische Asphaltdecken freuen dürfen.



Filmreife Vorstellung
Alles in allem war die „Mauer von Uckerath“ eine absolut filmreife Vorstellung. Angefangen bei unserer Orga, über das Wetter, bis hin zu eurer erbrachten Leistung. Es sollte nicht vergessen werden, dass wir in diesem Jahr zum ersten Mal alle Strecken über die Mauer ins Ziel geschickt haben. Applaudiert einmal für euch selbst – das war ganz großes Kino. Eingefangen von unserem Kamerateam. Neben unserem Fotografen Alfred Heimermann hatten wir in diesem Jahr nämlich auch erstmals unseren Social Media Beauftragten Patrick Wolff und den Quentin Tarantino für Radsportaufnahmen, Dennis Prahl, auf den Strecken. Aus dem VW-Bus heraus haben die Jungs für und von euch Videos gedreht, die es in der nächsten Zeit immer wieder auf unseren Kanälen auf Social Media zu sehen geben wird. Also folgt uns gerne auch weiterhin auf den bekannten Seiten, verpasst nicht eure Videoschnipsel und erst recht nicht die Infos zu unserer „Mauer von Uckerath“ 2026 – Dein Berg. Dein Ride. Ein erstes Video findet ihr, zusammen mit den Fotos, am Ende dieses Beitrags.

Besondere Danksagung
Auch in diesem Jahr endet unser Bericht zur „Mauer von Uckerath“ nicht ohne besondere Danksagungen. Ehre wem Ehre gebührt. Wir bedanken uns bei:
- allen Helfenden, ganz gleich ob an den Kontrollstellen, beim Aus- und Abschildern, im Zielbereich oder im Vorfeld der Veranstaltung bei den fleißigen Kuchenbäcker und -bäckerinnen.
- Dirk Mülln (EDEKA) für das vierte Jahr Sponsoring in Folge. Es war auch in diesem Jahr wieder hart zu entscheiden, welche der vielen potenziellen Snacks wir aus dem Uckerather Markt bei unserer RTF anbieten wollen. Danke für die Treue seit Jahr 1.
- Dextro-Energy für die super Zusammenarbeit. Erstmalig konnten wir den Startern auf den Langstrecken eine schnelle Energiezufuhr bieten.
- IBEDA GmbH & Co. KG aus Neustadt (Wied) für das Sponsoring der einheitlichen „Mauer von Uckerath“ Shirts, sowie die Übernahme der Kosten für die Krombacher Radler alkoholfrei Kisten an den Verpflegungsstellen. Leider hat Krombacher das Sponsoring im Radsport eingestellt, weshalb es in diesem Jahr die beliebte Verpflegung der letzten Jahre nicht mehr bei anderen RTF gab. Dank IBEDA konnten wir das auch weiterhin anbieten.
- Strack & Walterscheid GbR für das zur Verfügung stellen der Parkflächen. Es geht nicht jedes Jahr, weil natürlich auch die Feuchtigkeit der Wiese eine Rolle spielt, ob dort bis zu 100 Autos drauf geparkt werden können. In diesem Jahr war das aber ein klares „Go“ und es war anlässlich des großen Zuspruchs auch absolut notwendig. Die Wiese wurde gut genutzt.
- Dahs Tore GmbH aus Hemmelzen, der Wiedparkhalle in Neustadt (Wied), der Kneipe Heydorsch in Puderbach und dem Metallverarbeitungsunternehmen GMM mbH in Oberpleis. Dort überall durften wir in diesem Jahr unentgeltlich unsere Kontroll- und Verpflegungsstellen eröffnen. Vielen Dank für das Vertrauen.
- Familie Bungard und Hermann-Josef Müller (Leiter SC Uckerath eBike), die für das Sibilla Hospiz eine Geldspende getätigt haben. Wir haben diese bereits um 100 € aus der Vereinskasse aufgestockt und das Geld an das Sibilla Hospiz überwiesen.
- Alfred Heimermann, Dennis Prahl und Patrick Wolff, die auf der Strecke ehrenamtlich Fotos und Videos gemacht haben. Durch euch wurde dieser tolle Tag im Zeichen des Radsports dokumentiert.
- allen Teilnehmenden. Ihr seid der absolute Wahnsinn! Nicht wenige sind in diesem Jahr über ihre persönlichen Grenzen hinausgewachsen. Es war eine Freude euch auf den Strecken und später im Ziel erleben zu dürfen. Soviel Spaß, Freude und Harmonie unter teils wildfremden Menschen, die sich gerade erst kennengelernt haben – das stünde unserer Erde auch über den Radsport hinaus gut zu Gesicht.



Die Fotos von Alfred Heimermann, Dennis Prahl & Patrick Wolff, sowie vereinzelten SCU Mitgliedern könnt ihr euch hier ansehen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Durchsehen der vielen Bilder. Die Fotos sind in einer reduzierten Auflösung auf unserer Webseite hochgeladen. Falls Interesse an der Original-Auflösung bei dem ein oder anderen Foto besteht, schreibt uns einfach eine kurze E-Mail an rennrad@sc-uckerath.de. Darüber hinaus sind hier nicht alle Fotos hochgeladen, sondern nur eine Auswahl aus über 1.000 Bildern. Wer sich durch alle Bilder klicken mag, besucht bitte die Website von Alfred Heimermann.
